3 Tage backen – Herausforderung angenommen

titel.jpgJeder, der mich nur ein bisschen kennt, weiß wie gern ich backe. Zu meinem Geburtstag habe ich deshalb von meiner Tante das Buch „Springerles-Back-Lust“ von Elke Knittel geschenkt bekommen. Passend dazu ein Nudelholz, in welches mehrere verschiedene Motive eingeschnitzt sind. Super Idee von ihr und ich habe mich auch wirklich total darüber gefreut.. bis ich einfach mal in der Mitte geblättert habe und beim Überfliegen eines Rezeptes gelesen habe, dass man ganze drei Tage zur Herstellung braucht. Ja, ich backe gern aufwändige Sachen, aber mehrere Tage für eine Sorte Plätzchen habe ich noch nie gebraucht. Deswegen habe ich mich erst einmal auch noch anderen Rezepten gewidmet.

Eigentlich lese ich gern Thriller. Besonders die von Sebastian Fitzek fesseln mich total. Nachdem ich „Die Blutschule“, welches er unter seinem Synonym Max Rhode verfasst hat, innerhalb von einem Tag verschlungen hatte, fesselte mich das nächste Buch wieder so. „Das Joshua Profil“ lässt einen wieder mal ein Kapitel nach dem anderen lesen. Ich wollte aber nicht schon wieder ein Buch so schnell zu Ende gelesen haben, da mir langsam die guten, noch ungelesenen Bücher zur Neige gehen. Deshalb blätterte ich dann doch wieder in dem Backbuch über Springerle. Anfangs macht Elke Knittel die süß aussehenden Plätzchen ziemlich runter. Sie hat sie wohl nie gern gegessen und der arme Opa musste sie Monate später immer in den Kaffee tunken, weil sie zu hart zum Essen waren. Anschließend beschreibt sie, warum und wie sie auf der Suche nach dem perfekten, gelingsicheren Rezept war. Beim Lesen hätte mich schon fast der Mut verlassen, mich ans Nachbacken zu trauen. Aber sie schreibt auf so eine witzige Art und Weise, dass ich doch wieder einmal nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Immer wieder muss Elke Knittel ihre Tante anrufen und um Rat fragen, weil sie wohl die ganzen Tricks zu Springerle kennt. Wie passend, dass ich das Buch ausgerechnet auch von meiner Tante bekommen habe. Nur leider, hat diese noch nie Springerle gebacken und wusste im Vorfeld auch nicht wie viel Arbeit darin steckt.

Naja, die Neugierde hatte mich auf jeden Fall gepackt und ich wollte endlich wissen wie Springerle schmecken. Also stand ich tatsächlich in der Küche und habe die Eier 20 Minuten lang gerührt. Und nein, ich besitze keine Küchenmaschine. Dafür war meine Hand kurze Zeit leicht taub, als ich endlich den Mixer ausgestellt habe. Später sollte so viel Mehl in den Teig gerührt werden, dass ein Brei entsteht. Gibt es eine richtige Definition wie dickflüssig Brei ist? Das Buch hat mir den Eindruck DSC_4844.JPGvermittelt, dass man bei der Teigherstellung und beim Backen jede Menge falsch machen kann. Deshalb habe ich beschlossen lieber früher mit den Händen den Teig zu kneten, bevor ich zu viel Mehl darin habe und der Teig sowieso schon ruiniert ist. Immerhin habe ich mir ja wirklich die Mühe gemacht und ihn 20 Minuten gerührt! Also musste er auch was werden. Also griff ich mit dem Hand in den Teig und whää – viel zu klebrig! Mehl, jede Menge Mehl .. kneten .. Mehl .. kneten .. Mehl … Keine Ahnung wie viel ich letztendlich in den Teig gesiebt habe, aber es war deutlich mehr, als im Rezept angegeben. Irgendwann ließ die Masse sich dann aber wirklich gut kneten und konnte endlich in den Kühlschrank.

Nächster Tag. Teig aus dem Kühlschrank und schön dick ausgerollt. Es war wirklich komisch, einen Teig so dick zu lassen. Naja, die Speisestärke einpoliert, vorsichtig mit dem Nudelholz drüber gerollt und hmm, irgendwie sahen die Muster absolut nicht so detailliert wie auf den Bildern im Buch aus. Noch einmal alles verknetet, ausgerollt, mit Speisestärke einpoliert und fester darüber gerollt. Schon besser. Ja, besser, nicht gut. Was Backen betrifft, denke ich oft viel zu perfektionistisch und bin oft unzufrieden, weil ich immer noch etwas finde, was ich hätte besser machen können. Dieses Mal habe ich aber nur die Teigreste wieder gut verknetet, wieder ausgerollt, wieder mit Speisestärke poliert und jetzt mit ganzer Kraft gerollt. Man konnte wieder ein paar Details mehr erkennen, aber ganz zufrieden war ich immer noch nicht. Keine Ahnung, was ich noch hätte anders machen können, also habe ich den restlichen Teig weiter mit vollem Krafteinsatz verarbeitet. Vielleicht liegt es ja auch an der Rolle, ich werde mir auf alle Fälle noch andere Modelformen holen. Selbst als ich ein wenig Teig direkt in den Model gedrückt habe, kamen die Details nicht richtig zur Geltung. Und irgendwie habe ich dann einfach gehofft, dass sie beim Backen mehr aufgehen und dann doch den Bildern aus dem Buch ähnlicher sehen würden. Aber jetzt musste ich erst wieder warten. Dieses Mal nicht bloß eine Nacht, sondern einen kompletten Tag. Wie gut, dass ja noch ein spannendes Buch auf mich gewartet hat.

Am nächsten Tag habe ich dann meine Springerle endlich in den Backofen schieben können. Beim Backen gingen sie wunderbar in die Höhe, sie bekamen tatsächlich ihre Füßchen. Nach dem Backen musste ich sofort probieren. Sie schmeckten nach fast nichts, aber waren nicht so hart wie im Buch angekündigt. Zwei Stunden später nahm ich mir wieder eins und dachte, dass mir bald die Zähne abbrechen. Diejenigen, die ich auf dem Backpapier, anstelle auf der Alufolie, gebacken habe, gingen nicht so toll auf. Und genau so eins versuchte ich zu essen. Nach einer gefühlten Stunde und mühsamem abschaben, hatte ich es endlich verputzt. Tipp: Taucht sie wirklich in Kaffee, wenn sie so hart sind! Springerle mit Füßchen haben eine harte Schale, aber innen sind sie (najaa, nicht gerade weich, aber..) beißbar. Und nachdem sie etwas durchgezogen waren, schmeckten sie tatsächlich auch viel aromatischer. Fast wie Anisplätzchen, nur härter.

Während dem Backen habe ich immer wieder gedacht, dass ich die nie wieder machen werde. Aber irgendwie verstehe ich Elke Knittel mittlerweile und will es auf jeden Fall noch öfter versuchen, bis sie mir auch richtig gelingen. Wenn ihr noch irgendwelche Insidertipps für mich habt, dann bin ich euch wirklich dankbar, wenn ihr sie mir verraten würdet.

Achja, Springerle sollen angeblich mit der Zeit immer fester werden. Deshalb backe ich erst einmal wieder weichere Sachen, ehe ich mir bald ein Haus aus Springerle bauen kann. Das Haus würde garantiert jedem Unwetter trotzen ;). Aber nächstes Jahr werde ich das Rezept wieder versuchen und irgendwann gelingen sie mir auch, dass ich zufrieden bin.

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5 Gedanken zu “3 Tage backen – Herausforderung angenommen

  1. Mit Insidertips kann ich leider nicht aufwarten, habe sich meine eigenen Probleme mit dem Backen. Ich würde auch nur zu gerne meine eigenen Kekse backen, habe dazu leider nicht die passende Größe an Küche! Ja, das gibt es auch!
    Und obendrein besitze ich weder Ausstechformen oder ein Nudelholz. Man könnte sich natürlich ein Holz ganz einfach kaufen, aber wohin damit für die restliche Zeit, wenn es nicht in Verwendung ist? …
    Zumimdest ist mir das Problem schon vor dem Teigknetten aufgefallen 😀
    … oder kann man mit einem Schnitzelklopfer auch den Teig dünn genug bekommen? Denn, den hätte ich auch zur Verfügung! 😀

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    1. Ach was, eine kleine Küche ist doch keine Ausrede. Backen geht irgendwie immer ;). Mit einer Flasche lässt sich Teig doch super ausrollen und anstelle Ausstechformen kann man Gläser benutzen. Aber die Idee mit den Schnitzelklopfer ist auch richtig gut! Das würde ich nur zu gern mal sehen :D.
      Ganz liebe Grüße, Jessie

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